| Abstract |
Die angestrebte Beschleunigung der Entwicklung der Tiefengeothermie in Deutschland wird seit mehreren Jahren infolge unsicherer politischer Rahmenbedingungen, fehlender Fremdkapital-Finanzierung sowie inzwischen wieder verloren gegangener Moeglichkeiten zur Risikoabsicherung massiv behindert. Damit verzoegert sich auch der Eintritt in eine serielle Projektentwicklung und damit in eine zwingend erforderliche Kostendegression. Im Gegenteil, die spezifischen Errichtungskosten tiefengeothermischer Einzelanlagen sind in den vergangenen Jahren infolge zunehmender technischer und regulatorischer Anforderungen und –auflagen, steigender Bohr- und Anlagenkosten, hoeherer Kapitalbeschaffungskosten sowie steigender Praemien fuer die Risikoabsicherung sogar gestiegen. Mehrere Projekttraeger in Deutschland hatten in der Vergangenheit einen seriellen Projektentwicklungsansatz verfolgt, konnten diesen aber angesichts teils marginaler Wirtschaftlichkeit der geplanten Projekte, teils erheblicher politischer Widerstaende sowie mangels Eigenkapitaldeckung und Risikoabsicherung bis heute nicht realisieren. Eine serielle Projektentwicklung stellt jedoch die Grundvoraussetzung dafuer dar, dass die Errichtungskosten tiefengeothermischer Anlagen und damit die Gestehungskosten geothermischer Energie nennenswert gesenkt werden koennen. Nur bei einer seriellen Projektentwicklung koennen ueber alle Projektphasen von der Vorerkundung ueber die Bau- und Bohrungsausfuehrung bis hin in die Betriebsphase Synergien genutzt, Verfahren und Materialien standardisiert sowie in der Regel volumenabhaengige Kostenvorteile beim Einkauf von Material und Leistungen erzielt werden. Gleichzeitig bietet die serielle Projektentwicklung fuer die Teilhaber eines Projektpools eine deutliche Risikominimierung fuer die zu taetigenden Investitionen und beeinflusst damit auch das ggf. zu versichernde Risikoprofil positiv.Angesichts der bestehenden Strukturierung der Geothermiebranche in ueberwiegend kleinere, oft kommunale Einzelprojekttraeger sowie der unguenstigen wirtschaftlichen, regulatorischen und politischen Rahmenbedingungen fuer die wenigen groesseren Projektentwickler, die mehrere Konzessionen halten und mehrere Projekte gleichzeitig verfolgen, wird eine schnell ablaufende serielle Projektentwicklung aus heutiger Sicht kaum mehr realisierbar sein. Somit kann bei der bestehenden Branchenstruktur die zur Kostendegression zwingend erforderliche serielle Projektrealisierung nur noch dadurch erreicht werden, dass verschiedene Projekttraeger und Konzessionsinhaber ihre Projekte buendeln und zu einem gemeinsamen Projektportfolio zusammenfuehren. Mit dem vorliegenden Vortrag sollen die sich aus einem solchen Konzept ergebenden Vorteile fuer die einzelnen Projekttraeger, aber auch fuer die Tiefengeothermiebranche insgesamt, aufgezeigt werden. |