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Title Offene gemeinschaftliche Entwicklung standardisierter Tools fuer Bohrlocherkundung und -interaktion
Authors B. Holbein et al.
Year 2014
Conference Der Geothermiekongress
Keywords Tiefe Geothermie, Logging, Video Inspektion, Langzeitkuehlung, Bohrloch-Tools
Abstract Die Geothermie hat Probleme. Beispiele wie St Gallen, Staufen und Landau belegen dies eindruecklich. In den meisten Faellen sind die genauen Ursachen jedoch nicht einmal identifizierbar, geschweige denn adaequate Loesungen fuer ein Eingreifen verfuegbar. Grund dafuer ist ein Mangel an technischen Geraeten die fuer eine umfassende Erkundung und ein eventuelles Eingreifen in Bohrloechern notwendig waeren. Ein Ansatz zur Verbesserung dieser Situation ist „ZWERG“, ein Projekt, das seit nunmehr 5 Jahren am Institut fuer Angewandte Informatik IAI, des Karlsruher Instituts fuer Technologie KIT verfolgt wird. Die Grundidee ist es, eine offene Plattform zu schaffen, durch die Erfahrungen und Know-how zur Entwicklung von Bohrlochgeraeten fuer die Geothermie ausgetauscht und kombiniert werden koennen, um dadurch die effiziente und kostenguenstige Entwicklung von Geraeten fuer unterschiedlichste Bedarfe zu ermoeglichen. Dazu soll unter anderem ein, sich in der Bearbeitung befindliches Wiki dienen, auf der Blueprints fuer Standardkomponenten, Experimentalergebnisse, Materialdaten und Listen potentieller Zulieferer zugaenglich gemacht werden. Bei der Entwicklung von Tools wird auf Modularitaet geachtet, um die Wiederverwendbarkeit von Komponenten und Erkenntnissen zu maximieren und dadurch den groesstmoeglichen Nutzen fuer die Geothermieforschung zu erreichen. Das Konzept findet bereits Anwendung bei verschiedenen Projekten, bei denen eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Forschungsinstituten und Industriepartnern aus dem Bereich der Geothermie umgesetzt wird. Die „GeoKam“, eine Sonde fuer Videoinspektionen in Bohrloechern bis 4500m Tiefe und 165°C, wird im Moment im Rahmen eines BMWi (Bundesministerium fuer Wirtschaft und Energie)- Projekts realisiert und wird hochaufgeloeste Live-Videos vom Bohrlochinneren liefern.„COBOLD“ (Cooling of Borehole Objects in Large Depths) ist ein geplantes Projekt zur Entwicklung eines aktiven Kuehlsystems fuer Bohrlochgeraete, welches den Einsatz von Standardelektronik in Umgebungen mit Temperaturen bis 200°C und 600 Bar Druck ermoeglichen wird. Das ebenfalls beim BMWi ansaessige Projekt startet voraussichtlich noch im Laufe dieses Jahres.Ein drittes Projekt, welches im naechsten Jahr anlaufen soll, ist „SOHLE“ (Secure Open Hole Logging Exit). Dabei wird ein Konzept zur sicheren Befahrung des open-holes umgesetzt werden, um diesen bislang unerreichbaren, aber ueberaus interessanten Bereich untersuchbar zu machen.Diese Beispiele zeigen die Breite des Anwendungsbereichs der ZWERG-Plattform und bieten die Basis fuer zahlreiche weitere moegliche Entwicklungen. Mithilfe funktionierender Inspektions- Kuehlungs- und Befahrungsgeraete steht auch der Realisierung von interaktiven Sonden, etwa zur Reparatur von Leckagen im Bohrloch-Casing nichts mehr im Wege. Zukuenftig koennte eine „Well-CaRePro“ (Well Casing Repair Probe) Sonde ein vermeintliches Loch im Casing schliessen und dadurch Probleme, wie sie momentan in Landau auftreten, moeglicherweise loesen.Wenn ZWERG weiterhin und verstaerkt voran getrieben wird, birgt es ein grosses Potential fuer die Verbesserung der Geothermie-Forschung, durch die Erkundung von Bohrloechern und kann darueber hinaus Eingriffsmoeglichkeiten bieten, um bestehende Probleme zu beseitigen und der Geothermie Nutzung an sich damit zu helfen.
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